Die Stute
Überlegen Sie auch, ob Sie genügend Platz und auch Zeit haben für die Aufzucht eines Fohlens. Ein Fohlen muss erzogen werden und sollte mindestens zehn Monate, besser länger, bei seiner Mutter bleiben können. Es ist für die Zukunft eines Esels sehr wichtig, dass das Tier eine seriöse Erziehung bekommt. Eselfohlen sind, auch wenn sie noch so niedlich aussehen, keine lebende Plüschtiere oder Kinderspielzeuge.

Um eine gesunde, kräftige Nachkommenschaft zu erzielen, müssen die Elterntiere aus einer gesunden, kräftigen Linie stammen und sich in einem vollkommenen Gesundheitszustand befinden. Sie müssen frei sein von Erbkrankheiten, die sich sowohl vom Vater, wie auch von der Mutter auf das Fohlen übertragen können. Ebenso müssen die Tiere einen wohlgeformten, den Anforderung der Rasse und des Geschlechts entsprechenden Körperbau besitzen. Wird auf diese Eigenschaften Wert gelegt, so wird die Nachzucht bei entsprechender artgerechter Aufzucht gesund und leistungsfähig werden.
Um dieses Ziel zu erreichen merken wir uns folgendes:
- Die Eltern übertragen ihre Vorzüge und Mängel auf ihre Nachkommen.
- Die äussere Gestalt, Grösse, Farbe, gewisse Charakteranlagen sowie Fehler und Neigungen zu Krankheit vererben sich mit Sicherheit.
- Die Vererbung beschränkt sich nicht nur auf die unmittelbare Nachzucht, sondern auch auf die nachfolgenden Generationen.
- Die charakterlichen Eigenschaften pflanzen sich ebenso fort wie die physischen, sowie Gelehrigkeit, grössere oder geringere Entwicklung der Sinnesorgane und das Temperament.
- Tiere, die in ihrem Bau oder sonstigen Eigenschaften zu sehr voneinander abweichen, sollen nie gepaart werden.
- Die Haltung und Ernährung der Mutterstute hat während der Trächtigkeit einen wesentlichen Einfluss auf das Fohlen.
- Das Fohlen soll in diejenige Jahreszeit hineingeboren werden, in der es seiner Natur entsprechend optimale Bedingungen erhält. Beim Esel sind dies vor allem Sonnenlicht und Wärme.

Wenn Sie sich entschlossen haben, Ihre Stute decken zu lassen, nehmen Sie mit dem Halter des ausgewählten Hengstes Kontakt auf. Während etwa in der Ponyzucht nur geprüfte Hengste zur Zucht zugelassen werden, ist dies bei den Eseln nicht der Fall. So liegt die Verantwortung für die Wahl eines Vatertieres ganz in Ihren Händen. Schauen Sie sich die Hengste daher gut an. Fehlerhafte, kranke und schlecht gehaltene Tiere können keine guten Fohlen zeugen.
Bedenken Sie auch, dass das Deckverhalten von Eselhengsten äusserst roh, ja sogar brutal ist. Die Stuten werden gejagt und verbissen. Für kranke, schwächliche oder überfettete Stuten kann dies bedeuten, dass sie die Attacken des Hengstes nicht überleben!
